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Chapter 8 

Es war eine Nummer. Anscheinend seine Handynummer. Plötzlich klickte es in mir und ich piepte (weil ich mir grad noch ein Schreien unterdrücken konnte) auf ein Mal los. Oh Vivi, des ist seine Handynummer. Das heißt also, dass er das vorhin ernst gemeint hatte, mit dem wieder mal treffen.
Ich blickte unter die Nummer, unter der noch etwas stand:

 

„Hey Süße!
Ruf mich doch mal an, wenn du Zeit hast. Würde mich freuen.
Tom“

 

Ich las mir den Zettel immer wieder aufs Neue durch. Ich jubelte innerlich, aber auf einmal kam mir dieser schlechte Gedanke auf. Was, wenn er das bei jedem X beliebigen Mädel macht, dass ihm gefällt? Ich dachte kurz darüber nach. Doch! Wahrscheinlich war es so. Einmal, es war eher zufällig gewesen, hatte ich mir in irgendeiner Zeitschrift einen Bericht über Tokio Hotel durch gelesen und da ging es um Liebe und so nen Kram. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehre so gut an den Text erinnern, außer, dass Bill irgendwie an die Große Liebe glaubt und Tom auch nichts gegen One-Night-Stands hätte. Und, dass er manche Mädchen wohl auch mal zurück rufen würde…
Weiter kam ich nicht, denn irgendeine Stimme holte mich aus meinen Gedanken. „Junge Dame, würden sie  bitte aus steigen, das hier ist die Endhaltestelle.“ Ich schaute kurz aus dem Fenster. Mist! Die Stimme hatte Recht! Ich schaute zu „der Stimme“, die dem Busfahrer gehörte. Dann brachte ich ein kurzes „Oh, sorry“, raus und stieg aus.
Na super! Jetzt konnte ich erst mal laufen. Bis zu meiner Haltestelle dauerte es sicherlich noch ne gute halbe Stunde und dann noch nach Hause…
Ich lief die Straße entlang und muss schon wieder an Tom denken. Puh…der Kerl hatte mir anscheinend echt den Kopf verdreht.
Ich steckte meine Hände in meine Hosentaschen und bemerkte plötzlich wieder den Zettel.
Hey Süße…
Normaler Weiße hasste ich es, wenn en Junge mich gleich „Süße“ nannte. Aber bei Tom war es mir aus irgendeinem Grund egal.
Ich war inzwischen an der ersten Haltestelle nach der Endhaltestelle angekommen und schaute erstmal auf den Fahrplan der neben den Fahrzeiten stand. Noch fünf Haltestellen bis zu meiner. Ich blickte auf meine Handyuhr. Gleich viertel vor zwei. Nachts. Es war schon ein Bisschen unheimlich hier draußen. Ich schaute die Straße entlang  und holte tief Luft. Also, weiter! Ich steckte mein Handy ein und machte mich wieder auf den Weg.

 

Jetzt dachte ich doch schon wieder an den Zettel. Was war das noch mal?
Ruf mich doch mal an, wenn du Zeit hast.
Ruf mich doch mal an… Er hatte mir doch seine Nummer gegeben. SEINE Nummer! Ich schlug mir an den Kopf. Er hatte mich nicht nach meiner gefragt, er hatte mir seine gegeben!
Ich beruhigte mich wieder ein wenig. Er vertraute mir also immer hin seine Handynummer an.
Hm…vielleicht würde ich ihn morgen mal anrufen. Ich lief die Straße wieder etwas glücklicher entlang und war jetzt auch endlich an meiner Haltestelle angekommen.
Huch! Was machte denn mein Fahrrad hier? Ich überlegte kurz. Ach, da kommt’s wieder! Normaler Weiße fuhr ich immer mit dem Fahrrad zur Schule, weil der Bus ganz einfach zu weit weg von meinem Haus war. Darum war ich auch mit dem Rad hier her gekommen. Umso besser. Jetzt musste ich wenigstens das Stück nach Hause nicht mehr laufen. Ich schloss mein Schloss auf, sprang auf und fuhr nach Hause.
Ich stellte das Fahrrad vor die Tür und schloss leise auf. Ich ging rein, zog meine Schuhe aus und schlich mich noch leise in die Küche. Da blieb ich dann aber stehen und blickte zum Esstisch, an dem noch die kleine Tischlampe brannte. An dem Tisch saß meine Mutter mit einer Tasse in der Hand und schaute mich an. „Wo warst du?“ Tolle Begrüßung! Ich entschloss mich auch nicht zu grüßen und ihr besser gleich zu antworten, da sie wohl auch nichts anderes erwartete. „Bei dem Meet and Greet. Wo denn auch sonst?“ „Ich meinte damit, wo du jetzt noch warst? Du wolltest um eins da sein und jetzt haben wir schon gleich halb drei.“
Mann! Wieso musste sie sich immer solche Sorgen um mich machen. Schließlich war ich doch schon 15 und das auch nicht mehr lange.
„Also, wo warst du jetzt?“ „Bin mit dem Bus zu weit gefahren und musste das ganze Stück dann zurück laufen.“ Meine Mutter musterte mich einwenig ungläubig, aber sagte dann auch nichts mehr zu der Sache. „Dann gute Nacht.“
Sie stand auf und ging aus der Küche nach oben die Treppe hoch. „Nacht“ Ich schaute ihr noch kurz hinter her. Anscheinend interessierte sie es gar nicht, wie das Treffen war. Na ja, soll mir nur Recht sein. Sie brauchte das mit Tom ja nicht wissen. Ich schaute mich in der Küche um. Mein Blick blieb auf unsrem Kühlschrank hängen. Ich hatte seid dem Eis gestern Mittag nichts mehr gegessen. Da ich auf der Party zu sehr mit Tom beschäftigt war, hatte ich auch da nicht ans essen gedacht. Ich entschloss mich kurzer Hand für ein kleines Nachtmahl und öffnete den Kühlschrank.
Er war nicht sonderlich überfüllt. Noch nicht mal wirklich voll. Nein, man musste echt sagen, er war vollkommen leer. Ich schaute auf den Tisch. Das letzte Mal als ich später noch was essen wollt stand da noch alles Essbare. Aber da stand natürlich auch nichts mehr.
Ich entdeckte noch ein Würstchen und holte mir noch ein Brötchen, das wohl noch von gestern Abend war. Dann holte ich mir noch ein Glas Wasser und setzte mich an den Tisch.
Was Tom jetzt wohl macht? Vielleicht isst er ja auch noch was… Ach was. Der pennt wahrscheinlich schon tief und fest. Ich musste wieder an dieses super süße Grinsen denken und lächelte. Ja, morgen, äh…also heute würde ich ihn anrufen und vielleicht war er ja noch hier in Berlin.
Ich biss das letzte Mal in mein Würstchen und machte dann das Licht aus.
Jetzt ins Bett. Ich hatte die ganze Zeit gar nicht gemerkt, wie müde ich schon war. Ein Glück ist morgen Samstag und ich kann ausschlafen.
Ich ging die Treppe hoch, in mein Zimmer. Dort machte ich das Licht an und weckte somit Sugar, die es sich schon auf meinem Bett gemütlich gemacht hatte.
„Hey Süße“ begrüßte ich sie und setzte mich neben sie. Ich kraulte sie kurz durch und machte mich dann bettfertig.
Im Bett angekommen schlief ich, nach einem kleinen Platzkampf mit Sugar, auch schon ein.

 

Ich wachte um halb 10 Uhr morgens auf und machte mich schlaftrunken auf den Weg ins Badezimmer. Meine Eltern waren anscheinend schon aus dem Haus, arbeiten und meine Brüder hatte ich zum Glück auch noch nicht gehört oder gesehen.
Auch gut. Dann mach ich mir heut nen gemütlichen Samstag vorm Fernseher. Ich stellte mich unter die Dusche und lies das noch lauwarme Wasser über meinen Körper fließen.

 

Nach fast einer Stunde kam ich im Bademantel aus dem Badezimmer und tapste schnell in mein Zimmer. Dort stellte ich mich dann erstmal vor meinen Schrank.
Also, was könnt ich denn heut anziehen? Irgendwas Gemütliches. Aber auch nichts zu warmes. Draußen hatte es ja schon an die 30° C.
Ich entschloss mich für ne dreiviertel lange Jeans und ein schwarzes Top. Ich müsste heute so oder so noch mal mit Sugar raus und da wollt ich mich nicht noch mal extra umziehen.

 

Ich schlenderte die Treppe runter um mich vor den Fernseher zu setzen, an dem leider schon mein großer Bruder saß. Na ja, dann ess ich halt erst was. Ich lief am Wohnzimmer vorbei in die Küche. Plötzlich klingelte oben mein Telefon.
Och nee, wer ruft denn um die Zeit schon an.
Ich hastete die Treppe wieder hoch in mein Zimmer und schnappte mir schnell mein kabelloses Telefon.
„Ja, hallo?“ redete ich leicht außer Atem ins Telefon.
„Ja, hi, Vivi. Ich bin’s Melle. Du ich muss dir uuuuunbedingt was erzählen.“
„Ach? Na dann schieß mal los.“ Ich trabte die Treppe mit dem Telefon in der Hand nach unten, um mir nen Jogurt zu holen. Nick hatte sich inzwischen wieder vor seinen PC gesetzt, so dass ich mit Melle am Telefon und dem Jogurt in der anderen Hand vor den Fernseher ging.
„Also… seid ihr jetzt zusammen?“ fragte ich Melle, die mir gerade die ganze Geschichte von gestern Abend, mit Jochen, erzählte. Ich hatte nicht alles genau mit bekommen, da sie, wenn sie auf gedreht war, immer sehr schnell und manchmal auch undeutlich sprach.
„Jahhaaaa…!!! Und du äh vorhin, auf Punkt 9 kam irgendwas mit Tom von Tokio Hotel. Also ich weiß nicht was es war, weil ich dann umschalten musste, wegen meiner Schwester. Kannst ja noch mal bei Punkt 12 gucken, wenn’s dich interessiert.“
„Ja, vielleicht guck ich mal.“ „Okay Süße, ich muss jetzt auf hören. Meine Mutter stresst und ich treff mich gleich mit Jochen.“ „Ja, dann viel Spaß.“
„Caoiiii!“ „Bye“ Wir legten gleich Zeitig auf und ich musste grinsen. Melle und Jochen…
Ich zappte noch ein Wenig durchs Programm, als mir das mit Punkt 12 einfiel.
Ach Scheiße, jetzt hab ich’s grad verpasst. Es hätte mich wirklich interessiert, wenn es um Tom gegangen wäre. Ich vermisste ihn einfach.
Plötzlich fiel es mir ein. Ich wollte ihn ja anrufen. Schnell schnappte ich mir mein Telefon und rannte die Treppe hoch.
„So, wo ist denn jetzt die Hose?“ sagte ich laut zu mir. „Ah…, da liegt sie ja.“
Ich entdeckte sie etwas zerknüllt auf meinem Schreibtischstuhl.
Sofort zog ich den Zettel aus der Tasche und faltete ihn auf. Zitternd wählte ich Toms Nummer.
Als ich bei der letzten Zahl angekommen war, zögerte ich. Sollte ich wirklich? Was sollte ich ihm sagen? Hm…vielleicht doch lieber erst ne SMS?
Ich überlegte noch mal kurz und drückte die Nummer dann wieder weg. Dann zog ich mein Handy aus meiner kleinen Handtasche und fing an, irgendeinen Schwachsinn einzutippen. Ich las es mir einmal, zweimal durch und löschte dann wieder alles. Nein, so was kann ich doch nicht schreiben. Mir und meiner Familie geht’s gut. Okay, jetzt mal überlegen. Dann fing ich wieder an zuschreiben…

 

Hey Tom,
Wie geht’s? Mir ganz gut. Was machst du so?
Danke für die Nummer.
HDL Vivi

 

Auch diesen Text las ich mir noch 100-mal durch, bis ich dann, immer noch, zögernd die SMS abschickte.
„Nachricht gesendet“ stand auf dem Display. Ich atmete tief durch. Hoffentlich schreibt er zurück.

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